Aktuelle Mandanteninfo

Außergewöhnliche Belastungen: Neue Berechnung der zumutbaren Belastung

Außergewöhnliche Belastungen im Sinne des § 33 EStG (z.B. Krankheitskosten) können nur insoweit steuermindernd abgezogen werden, als sie eine zumutbare Belastung übersteigen. Die zumutbare Belastung ist abhängig von der Einkommenshöhe und dem Familienstand und beträgt 1% bis 7% des Gesamtbetrags der Einkünfte.

Beispiel:

Bei einem Ehepaar mit einem Kind beträgt die zumutbare Belastung bei einem Gesamtbetrag der Einkünfte

  • bis 15.340 €: 2 %
  • über 15.340 € bis 51.130 €:3 %
  • über 51.130 €: 4 %

des Gesamtbetrags der Einkünfte. Bei einem Gesamtbetrag der Einkünfte von 60.000 € wurde für das Ehepaar bisher eine zumutbare Belastung von (60.000 € [1]4% =) 2.400 € ermittelt.

Nach neuester Auffassung des Bundesfinanzhofs ist die zumutbare Belastung jetzt stufenweise zu berechnen, was für die Betroffenen regelmäßig zu einer größeren Steuerersparnis führt.

Beispiel:

Ehepaar mit einem Kind, Gesamtbetrag der Einkünfte 60.000 €:

  • bis 15.340 €: 15.340 € x 2 % = 306,80 €
  • bis 51.130 €: (51.130 € - 15.340 €) x 3 % = 1.073,70 €
  • bis 60.000 €: (60.000 € - 51.130 €) x 4 % = 354,80 €
  • zumutbare Belastung: 1.735,30 €

Das Ehepaar kann danach bis zu 664,70 € (2.400 € - 1.735,30 €) mehr als außergewöhnliche Belastung nach § 33 EStG abziehen.

Die neue Rechtsprechung führt dazu, dass die zumutbare Belastung im günstigsten Fall um 664,70 Euro niedriger ausfällt; das führt bei einem Einkommensteuersatz von z.B. 40% zu einer Steuerersparnis von ca. 280 Euro (einschließlich Solidaritätszuschlag).

Zurück

Mandanteninfos Übersicht